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Im Trend – Kampf der Verschwendung von Lebensmitteln
12.02.20 | Anita König
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Im Trend – Kampf der Verschwendung von Lebensmitteln
12.02.2020

Im Trend – Kampf der Verschwendung von Lebensmitteln

Anita König
Partnerin, VR-Mitglied
Anita König

Eine dänische Start-up-Unternehmung hat eine App entwickelt, mit der User überschüssige Lebensmittel retten können.

Mehr als ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landet weltweit im Müll. Dagegen kämpft die dänische Start-up-Unternehmung Too Good To Go an. Sie hat eine App entwickelt, mit der Benutzer stark vergünstigte Lebensmittel und Mahlzeiten reservieren und abholen können. Es handelt sich um Lebensmittel und Mahlzeiten, die bis Laden- oder Restaurantschluss nicht verkauft werden konnten und sonst entsorgt oder der Wiederverwertung zugeführt werden müssten. Aktuell ist das Unternehmen in 13 europäischen Ländern tätig, seit Sommer 2018 auch in der Schweiz. Ein prominenter Partner hierzulande ist die Migros. Nach einer erfolgreichen Einführungsphase in der Genossenschaft Luzern und einigen anderen ausgewählten Filialen will die Detailhändlerin das Angebot nun schrittweise auf alle Regionen ausweiten. Künftig können Migros-Kundinnen und -Kunden in allen Regionen der Schweiz überschüssige Lebensmittel retten. Die Migros bietet sogenannte Wundertüten an, deren Zusammensetzung davon abhängt, welche Produkte in den Regalen zurückgeblieben sind. Der Nutzer bestellt und bezahlt direkt via App und holt seine Wundertüte eine halbe Stunde vor Ladenschluss ab.

Too Good To Go wurde 2015 gegründet. Mette Lykke, Co-Gründerin und ehemals CEO der Ernährungs- und Fitness-App Endomondo, die 2015 vom US-amerikanischen Sportartikler Under Armour übernommen wurde, leitet Too Good To Go seit Mitte 2017. Das Unternehmen wächst rasant. Im Interview mit der Handelszeitung im Herbst 2019 sagte sie, dass sie täglich mindestens eine neue Mitarbeiterin oder einen neuen Mitarbeiter einstellen. Die Anzahl der Beschäftigten betrage bereits 400 Personen. Der durchschnittliche Kundeneinkauf liege in der Schweiz bei Fr. 7.20, wofür man etwa den dreifachen Wert in Lebensmitteln erhalte. Too Good To Go erhält pro Transaktion eine Kommission. Damit werden die Payment-Kosten beglichen, die Plattform der App gepflegt und ein Kundendienst sichergestellt. Too Good To Go sei noch nicht profitabel und reinvestiere alles in zukünftiges Wachstum.

Noch handelt es sich um ein Start-up-Unternehmen und es bleibt abzuwarten, ob daraus einmal eine Investitionsmöglichkeit, vielleicht sogar ein börsenkotiertes Unternehmen wird. Wir von der AarauInvest AG verfolgen gerne aktuelle Trends und Entwicklungen. Man darf gespannt sein, wie sich Too Good To Go in Zukunft entwickeln wird.

https://toogoodtogo.ch/de-ch

www.migros.ch

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